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Gefragt. Geklärt.

Reicht eine Schulung, damit das Team KI wirklich nutzt?

In der Regel nicht. Der Adult Education Survey des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung zeigt das Muster deutlich. 95 Prozent der Teilnehmenden sind mit ihrer Weiterbildung zufrieden, aber nur 36 Prozent der Teilnahmen führen zu Veränderungen in der alltäglichen Praxis. Zufriedenheit und Wirkung sind zwei verschiedene Dinge.

Die Frage ist berechtigt, und die Datenlage dazu ist eindeutiger, als man erwarten würde.

Der Adult Education Survey, durchgeführt vom Deutschen Institut für Erwachsenenbildung mit rund 7.000 Befragten, zeigt eine große Lücke. Die Zufriedenheit mit Weiterbildungen liegt bei 95 Prozent. Zu Veränderungen in der alltäglichen Praxis führen aber nur 36 Prozent der Teilnahmen.

Das ist kein Sonderfall der KI-Weiterbildung, sondern ein bekanntes Muster über alle Themen hinweg. Es hat einen Namen, das Transferproblem, und es ist seit Jahrzehnten erforscht.

Warum Zufriedenheit nichts über Wirkung sagt

Zufriedenheit entsteht während der Veranstaltung. Sie misst, ob der Vortrag verständlich war, ob das Tempo passte und ob die Beispiele einleuchteten.

Wirkung entsteht danach, am Schreibtisch, unter Zeitdruck, mit der eigenen Aufgabe. Genau dort tauchen die Hindernisse auf, die in der Veranstaltung nicht vorkamen. Als typische Hemmnisse werden in der Transferforschung Zeitdruck im Arbeitsalltag, eingefahrene Routinen, fehlende Rückendeckung durch Führungskräfte und fehlende Anwendungsgelegenheiten genannt.

Beim reinen Zusehen entsteht kein einziges dieser Hindernisse. Deshalb sagt ein gelungener Termin wenig über den Dienstag danach aus.

Was zusätzlich gebraucht wird

Aus der Transferforschung und aus Einführungsprojekten ergeben sich drei Bedingungen, die neben der Schulung stehen müssen.

Ein konkreter Anlass je Person. Nicht „ihr könnt damit vieles schneller machen”, sondern eine benannte wiederkehrende Aufgabe. Wer aus einer Veranstaltung ohne eigene Aufgabe herausgeht, hat nichts, woran er anknüpfen könnte.

Eine Festlegung, was erlaubt ist. Solange unklar bleibt, welche Daten in welches Werkzeug dürfen, entscheidet jede Person für sich. Vorsichtige entscheiden dagegen, und zwar auch dort, wo es unproblematisch wäre. Eine Festlegung, die auf eine Seite passt, wirkt hier stärker als jede zusätzliche Schulungsstunde.

Eine Anlaufstelle im Haus. In den ersten Wochen scheitert Nutzung an Kleinigkeiten. Es braucht keine Hotline, sondern eine zuständige Person und einen Kanal, in dem Fragen für alle sichtbar sind. Sichtbarkeit ist der Punkt, denn die meisten Fragen haben mehrere.

Was das für den Aufbau der Schulung bedeutet

Der Befund verändert nicht nur das Drumherum, sondern das Format selbst. In der Transferforschung gilt als wirksamster Einzelhebel, die Anwendung bereits während der Veranstaltung stattfinden zu lassen, und zwar an der echten Aufgabe der Teilnehmenden.

Praktisch heißt das, dass der Anteil an Vorführung sinkt und der Anteil an eigener Arbeit steigt. Am Ende steht dann kein Handout, sondern etwas, das läuft und einer Person tatsächlich gehört.

Ein zweiter Punkt betrifft die Reihenfolge. Der Block zu Datenschutz und Verantwortung wirkt nach dem eigenen Ausprobieren deutlich besser als davor. Vorher ist er abstrakt, nachher betrachten die Teilnehmenden das, was sie selbst gerade eingegeben haben.

Die organisatorische Seite

Seit dem 2. Februar 2025 verlangt Artikel 4 der europäischen KI-Verordnung von Unternehmen, die KI einsetzen, ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz bei den beteiligten Personen. Ein bestimmtes Format ist dafür nicht vorgeschrieben. Schulungen kommen in Betracht, ebenso interne Leitlinien oder Multiplikatoren im Haus.

Das passt zu den Befunden oben. Eine einzelne Veranstaltung erfüllt den Zweck selten allein, eine Kombination aus Übung, Festlegung und Zuständigkeit dagegen schon.

Quellen: Adult Education Survey, Deutsches Institut für Erwachsenenbildung, rund 7.000 Befragte, Erhebung 2016. Verordnung (EU) 2024/1689, Artikel 4. Dieser Text beschreibt den Regelungsgehalt und ersetzt keine rechtliche Beratung.

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