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Gefragt. Geklärt.

Womit fangen wir mit KI am besten an?

Mit einer wiederkehrenden Aufgabe, die viel Zeit kostet und deren Ergebnis sich leicht beurteilen lässt. Nicht mit einer Strategie und nicht mit dem Werkzeugvergleich. Als Auswahlfrage hat sich bewährt, im Team zu erheben, welche Tätigkeit in der vergangenen Woche am meisten Zeit gekostet hat.

Die Verbreitung ist inzwischen hoch. Nach der Erhebung „Digitalisierung der Wirtschaft 2026” von Bitkom Research setzen 41 Prozent der Unternehmen in Deutschland KI ein, ein Jahr zuvor waren es 17 Prozent. Befragt wurden 604 Unternehmen ab zwanzig Beschäftigten.

Die zweite Zahl aus derselben Erhebung ist für den Einstieg die wichtigere. Von den Unternehmen, die KI einsetzen, können 52 Prozent einen messbaren Beitrag zum Unternehmenserfolg belegen. Bei knapp der Hälfte bleibt der Nutzen also unbestimmt.

Genau darauf zielt die Frage nach dem Anfang. Der erste Anwendungsfall entscheidet mit darüber, in welche der beiden Gruppen ein Unternehmen gerät.

Drei Merkmale, auf die es ankommt

Als Auswahlkriterien für den Einstieg haben sich drei Merkmale durchgesetzt.

Die Aufgabe wiederholt sich. Einmalige Vorhaben eignen sich schlecht, weil sich der Aufwand für Einarbeitung und Abstimmung nicht amortisiert.

Die Aufgabe kostet spürbar Zeit. Nur dann ist eine Veränderung überhaupt wahrnehmbar.

Das Ergebnis ist ohne Zusatzaufwand zu beurteilen. Wer bei jedem Ergebnis erst recherchieren muss, ob es stimmt, verlagert den Aufwand, statt ihn zu senken.

Warum nicht die wichtigste Aufgabe

Wichtige Aufgaben enthalten fast immer Entscheidungen, und Entscheidungen nimmt ein Sprachmodell nicht ab.

Zeitraubende Routineaufgaben sind dagegen meistens Umformungsarbeit. Aus Unsortiertem wird Sortiertes, aus Stichpunkten ein Text, aus mehreren Zulieferungen eine Übersicht. Das ist der Bereich, in dem Sprachmodelle zuverlässig arbeiten.

Dazu kommt ein praktischer Vorteil. Bei einer zeitraubenden Aufgabe ist nach zwei Wochen erkennbar, ob es hilft. Bei einer wichtigen wird über die Qualität des Ergebnisses diskutiert, und zwar lange.

Wie sich diese Aufgabe finden lässt

Bewährt hat sich eine einzelne Frage, einzeln gestellt.

Welche Tätigkeit hat in der vergangenen Woche am meisten Zeit gekostet? Nicht die wichtigste, nicht die anspruchsvollste. Die zeitraubendste.

Einzeln gestellt ist dabei nicht nebensächlich. In der Gruppe nennt die erste Person etwas, und die übrigen stimmen zu. Getrennt erhoben zeigt sich, ob es tatsächlich eine gemeinsame Belastung gibt.

Typische Antworten sind Protokolle und Zusammenfassungen nach Besprechungen, das Sortieren eines allgemeinen Postfachs, wiederkehrende Angebots- und Antwortschreiben sowie Berichte, die aus mehreren Zulieferungen entstehen.

Wenn die Antworten auseinandergehen

Nennen fünf Personen fünf verschiedene Tätigkeiten, gibt es keine gemeinsame Belastung. Dann ist eine Einführung für alle der falsche nächste Schritt. Sinnvoller ist eine kleine Gruppe, die beginnt.

Kann niemand eine Tätigkeit benennen, fehlt in der Regel etwas anderes als ein Werkzeug. Meistens ist unklar, wer wofür zuständig ist.

Der Messpunkt gehört an den Anfang

Woran wäre in drei Monaten erkennbar, dass sich der Aufwand gelohnt hat?

Diese Frage vor dem Start zu beantworten, ist der Unterschied zwischen den beiden Gruppen aus der Bitkom-Erhebung. Ein Messpunkt muss nicht aufwendig sein. Die Zahl der Stunden für eine wiederkehrende Aufgabe, die Zahl der Personen, die das Werkzeug tatsächlich nutzen, oder die Durchlaufzeit eines Vorgangs genügen.

Wer das vorher nicht festlegt, wird es hinterher nicht nachholen.

Die häufigste Reihenfolge und die bessere

Üblich ist, zuerst Lizenzen zu beschaffen und danach nach Anwendungsfällen zu suchen. Der Satz „wir haben die Lizenzen, aber es passiert nichts” beschreibt genau diesen Zustand.

Die umgekehrte Reihenfolge ist wirksamer, und sie lässt sich jederzeit nachholen. Steht die Aufgabe fest, ist die Werkzeugfrage meistens schnell beantwortet, oft mit einer Lizenz, die bereits vorhanden ist.

Quelle: „Digitalisierung der Wirtschaft 2026”, Bitkom Research, telefonische Befragung von 604 Unternehmen ab zwanzig Beschäftigten.

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