Gefragt. Geklärt.
Was ist der Unterschied zwischen Copilot und ChatGPT?
Der entscheidende Unterschied ist nicht die Antwortqualität, sondern der Zugriff. Microsoft 365 Copilot arbeitet mit der kostenpflichtigen Zusatzlizenz innerhalb des Arbeitskontos und sieht Mails, Dateien und Teams-Inhalte. ChatGPT kennt nur, was ihm im Gespräch übergeben wird. Für die typische Büroarbeit entscheidet deshalb der Datenzugang, nicht das Modell.
Die Frage zielt meistens darauf, welches der beiden Werkzeuge besser ist. In dieser Form lässt sie sich nicht sinnvoll beantworten.
Für die Aufgaben, die in Büros tatsächlich anfallen, also Zusammenfassungen, Entwürfe und Umformulierungen, liegen beide auf einem Niveau, das für den Alltag ausreicht. Der Unterschied, der die Werkzeugwahl bestimmt, liegt woanders.
Der Zugriff auf Firmendaten
Microsoft 365 Copilot arbeitet innerhalb des Arbeitskontos. Mit der kostenpflichtigen Zusatzlizenz greift er auf Mails, Dateien und Teams-Inhalte zu, und zwar genau auf die, für die die jeweilige Person ohnehin berechtigt ist.
Damit sind Aufgaben möglich, die sonst Handarbeit wären. Der Stand eines Vorgangs, der über zwölf Mails verteilt ist. Die Entscheidung aus einer Besprechung, ohne das Protokoll zu suchen.
ChatGPT hat diesen Zugriff nicht. Es kennt ausschließlich, was im Gespräch übergeben wird. Wer dort ein vergleichbares Ergebnis will, muss die zwölf Mails selbst zusammenstellen. An dieser Stelle wird aus einer technischen Frage eine organisatorische, denn was übergeben werden darf, muss im Unternehmen geklärt sein.
Wo ChatGPT Vorteile hat
Bei allem, was nicht an vorhandene Daten gebunden ist.
Eigene Assistenten für wiederkehrende Aufgaben lassen sich dort schneller einrichten. Für eigene GPTs ist ein kostenpflichtiges Konto erforderlich, Stand August 2026.
Dazu kommt ein Unterschied in der Arbeitsweise, der selten genannt wird. ChatGPT steht als leere Fläche zur Verfügung, Copilot sitzt in einer Anwendung. Welche der beiden Formen besser passt, hängt von der Person und der Aufgabe ab und lässt sich nicht allgemein beantworten.
Was vorher zu klären ist
Der Vergleich setzt voraus, dass klar ist, welches Produkt überhaupt gemeint ist.
Vier Microsoft-Produkte tragen den Namen Copilot, und nur eines davon sieht Firmendaten. Wenn eine Funktion bei Kolleginnen vorhanden ist und im eigenen Konto fehlt, liegt das fast nie an Einstellungen. Das ist in einer eigenen Antwort auseinandergenommen.
Bei ChatGPT gilt dasselbe in kleinerer Form. Das kostenlose Konto, das kostenpflichtige und ein Unternehmenszugang unterscheiden sich in Funktionsumfang und Vertragsbedingungen.
Die übliche Empfehlung
Zuerst prüfen, was vorhanden ist.
In vielen Unternehmen besteht bereits eine Microsoft-365-Lizenz. Copilot Chat ist im Arbeitskonto ohne Zusatzlizenz enthalten und kann seit dem 1. Juli 2026 in Outlook auch auf Postfach und Kalender zugreifen. Bevor ein zweiter Vertrag geschlossen wird, lohnt sich deshalb der Blick darauf, was der erste bereits abdeckt.
Der Grund dafür ist nicht Sparsamkeit, sondern Aufwand. Zwei Werkzeuge parallel bedeuten zwei Lizenzkosten, zwei Einführungen und zwei Klärungen mit dem Datenschutzbeauftragten, für ein Ergebnis, das sich im Alltag oft kaum unterscheidet.
Was sich schnell ändert und was nicht
Die Lizenzangaben oben sind der Teil mit der kürzesten Haltbarkeit. Beide Anbieter ändern Funktionsumfang und Kontostufen mehrmals im Jahr, teils zugunsten der Anwender.
Stabil bleibt die Frage dahinter. Wer darf welche Daten sehen, und wo liegen sie. Ist die beantwortet, wird die Werkzeugwahl zur Rechenaufgabe.
Stand der Angaben: August 2026. Grundlage sind die Lizenz- und Produktangaben von Microsoft und OpenAI. Beide ändern sich häufig, vor einer Kaufentscheidung ist eine Prüfung des aktuellen Stands sinnvoll.
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